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Hunderte am 1. Mai in Stuttgart auf der Straße

Hunderte Aktive haben sich am 1. Mai an der Bündniskundgebung auf dem Marktplatz beteiligt. Die Kundgebung wurde kurzfristig von einem Bündnis aus 16 Organisationen organisiert, um trotz Corona Pandemie einen praktischen Ausdruck auf der Straße zu veranstalten. Dabei wurde verschiedene Maßnahmen ergriffen um den Infektionsschutz sicherzustellen, wie z.B. das Tragen von Atemschutzmasken, Handschuhen und dem Einhalten von Mindestabständen am Kundgebungsort. Mit Markierungen auf dem Boden, dem Austeilen von rund 150 Masken vor Ort konnten die Schutzmaßnahmen umgesetzt werden. Themenschwerpunkte der Kundgebungsreden waren die massiven Einschränkung von Grund- und Freiheitsrechten, die Situation im kaputtgesparten Gesundheitswesen und die Abwälzung der Krisenlasten auf dem Rücken der Beschäftigten. Es sprachen eine Beschäftige des Klinikums Stuttgart, der Vertrauenskörperleiter bei Daimler Untertürkheim Jose Miguel-Revilla und Alex von der Informationsstelle Militarisierung. Dazu gab es ein Soli-Grußwort an die streikenden KollegInnen von Voith Sonthofen durch Christa Hourani vom Zukunftsforum Stuttgarter Gewerkschaften. Immer wieder wurde zur Sprache gebracht, dass wir am Beginn einer tiefgreifenden Wirtschaftskrise stehen deren Krisenlasten auf dem Rücken der Lohnabhänigigen abgewälzt werden sollen – zumindest nach den Plänen von Regierung und Kapitalseite. Daher wurde wiederholt gefordert, dass die Reichen und Vermögenden die Krise bezahlen müssen. Dass dafür eine verbindliche Organisierung, starke ArbeiterInnenbewegung und kämpferische Gewerkschaften erforderliche sind brachten die RednerInnen klar zum Ausdruck.

Für viele begann der Tag indess schon früher. So fanden im Vorfeld der Kundgung bereits drei Aktionen statt. Vor der S21-Baustelle beteiligten sich 100 Menschen an einer Solidaritätsaktion für die von Ausbeutung betroffenen türkischen Bauarbeiter: Diese müssen unter Bedingungen von 12 Stundentagen im Dreck ohne Schutzmasken und entsprechender Abstände arbeiten und in Container-Massenunterkünften zusammen mit Corona-Infizierten Kollegen hausen.

Im Anschluss fand eine Aktion mit 150 Leuten vor dem Klinikum statt, organisiert von ver.di und dem Bündnis „Mehr Personal für unsere Krankenhäuser“. Gefordert wurden eine dauerhaft anständige Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen. Das Aktionsbündnis 8. März machte danach mit Schildern und behängten Wäscheleinen auf die prekäre Situation von Frauen aufmerksam.

Trotz aller Schwierigkeiten und Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie und kurzer Mobilisierungszeit ist gelungen einen praktischen Ausdruck gegen die kapitalitische Krisenpolitik zu schaffen. Hunderte Menschen haben den “stay-at-home-Modus” verlassen und waren den ganzen Tag über auf den Straßen aktiv. In verschieden Stadtteilen wurden zusätzlich Aktionen durchgeführt. Der Tag wurde genutzt um unsere Anliegen, Forderungen und Perspektiven zusammenbringen. Es wurde deutlich gemacht, dass wir eine solidarische Alternative zum Kapitalismus brauchen.

Wir bedanken uns bei allen die mit uns auf den Straßen waren.
Bleibt weiter aktiv!

Stuttgarter Zeitung: Kundgebung bei S-21-Baustelle
Stuttgarter Zeitung: Mai-Demos im Zeichen der Corona-Pandemie

Hier findet ihr den Aufruf zur Kundgbung
Mobilisierungs-Video 1 | 2 | 3

Im Anschluss an die Bündniskundgebung fand auch eine Demonstration statt. Ein Bericht mit Fotos findet sich hier

Fotos von der Kundgebung und weiteren Aktionen am 1. Mai in Stuttgart: